Narrative der Zukunft

28.02.2020 & 15.05.2020

Beteiligte: Vertreter*innen von Scientists for Future Karlsruhe und Parents for Future Bruchsal, Energietransformation im Dialog-Team

 

Erzählungen, sogenannte Narrative, spielen in der Energie- und Klimadebatte eine wichtige Rolle, allen voran, wenn wir an die Zukunft denken. Häufig wird dabei auf Bilder zurückgegriffen, welche vor allem die negativen Auswirkungen unseres Umgangs mit Energie und Umwelt darstellen, beispielsweise Waldbrände, Luftverschmutzung in Städten oder Aufnahmen von Konflikten rund um fossile Rohstoffe. Jedoch führt die Darstellung von Bedrohungsszenarien nicht zwingend dazu, unseren Umgang mit Energie zu überdenken, geschweige denn umzugestalten. Ganz im Gegenteil, derartige Erzählungen können für den Zuhörenden sogar einschüchternd und lähmend wirken.

 

An dieser Stelle setzte der Workshop „Narrative der Zukunft“ an, welcher im Februar und Mai stattfand. Gemeinsam mit Vertreter*innen von Scientists for Future Karlsruhe und Parents for Future Bruchsal gingen wir der Frage nach, wie positive Erzählungen über Energie- und Klimaschutzmaßnahmen entwickelt werden könnten. Im Zuge der ersten Präsenzveranstaltung ging es zunächst darum, bei den Teilnehmenden ein Bewusstsein für die unterschiedlichen Wirkungen von negativen und positiven Erzählungen zu schaffen. So wurde anhand der aktuellen Berichterstattung über den Klimaschutz erörtert, wo und inwiefern positive Erzählungen fehlen. Des Weiteren verständigten sich die Anwesenden über mögliche und gewünschte Zukünfte. Die Besonderheit des Workshops lag darin, dass nicht nur positive Szenarien ausgearbeitet wurden, sondern diese auch durch Input von Experten wissenschaftlich fundiert wurden. In einem letzten Schritt widmeten sich die Teilnehmenden unterschiedlichen Zielgruppen. Aufgrund der Corona-Pandemie musste der zweite Workshop-Termin online durchgeführt werden. Hierbei wurden die erarbeiteten Ergebnisse der ersten Veranstaltung aufgegriffen, weiter diskutiert und fokussiert, beziehungsweise geschärft. Als Ergebnis aus den Arbeitsgruppen wurde herausgearbeitet, dass im Weiteren mit der Backcasting-Methode ein fiktiver Rückblick aus der Zukunftsperspektive, beispielsweise aus dem Jahr 2050, gearbeitet werden soll. Im Zuge der zweiten Veranstaltung wurden auch neue Kooperationsmöglichkeiten und Beteiligungsformate ausgelotet. So wird aktuell  diskutiert, inwiefern ein Wettbewerbsformat aussehen und wissenschaftlich begleitet werden könnte.

 

Mit dem Narrativ-Ansatz sollen nicht zuletzt neue Adressat*innen erreicht werden, auch über die Stadtgrenzen Karlsruhes hinaus. Des Weiteren möchten wir neue Impulse für die Ausgestaltung bereits etablierter und experimentellerer Formate sammeln. Außerdem soll der Ansatz positiver Erzählungen in unsere weiteren Reallaboraktivitäten einfließen.